Nach einer längeren Fahrt auf einer plattgefahrenen Schotterstraße durch eine raue und einsame Gegend kamen wir an einem dunklen, verregneten Nachmittag in der Siedlung Båstnäs, kurz vor der Norwegischen Grenze und mitten im Wald gelegen, an. Wie wir später erfuhren nennt sich diese Straße „Sugar Road“, weil früher dort unter anderem Zucker zwischen Schweden und Norwegen geschmuggelt wurde.

Schon bei der Einfahrt in den kleinen Ort sahen wir rechts und links im Wald plötzlich alte Autowracks hervorstechen.

Ganze Bäume, Äste und Stämme wuchsen aus den Karosserien, einige Meter danach, am Ende des Weges, stand ein Schild „Här slutar allmän väg“

„Hier endet die öffentliche Straße“.

„Hier endet die öffentliche Straße“

Ein einzigartiger Ort der Brüder Tore und Rune Ivansson, welcher sich seit vielen Jahrzehnten in deren Besitz befindet und früher als Wirtschaftsunternehmen diente. Wir trauten unseren Augen kaum, als wir sahen, was wir dort vorfanden. Einen der außergewöhnlichsten Schrottplätze Skandinaviens, auf dem mehr als 1000 Autos der 30iger bis 80iger Jahre dem Verfall preisgegeben wurden und den sich die Natur ganz langsam wieder zurückerobert.

Entstanden ist dieser Ort, in der Nachkriegszeit, als es Einfuhrverbote und Importzölle für Autos gab, die nach Norwegen importiert werden sollten. Dieses umgingen die Ivansson´s in dem sie die Pkw´s auf schwedischer Seite auseinander bauten, die Einzelteile über die Grenze brachten und in Norwegen wieder zusammensetzten.

Ein Geschäftsmodel, welches sich bis Mitte der 80iger Jahre wohl sehr gut lohnte. Dann wurde die Firma geschlossen.

Trotzdem wurden dort weiter Fahrzeuge abgestellt, womit sich der Bestand weiter erhöhte.

Wenn man so durch diesen Ort geht, sich umschaut, die Fahrzeuge sieht, dann kann man deren damaligen Glanz noch förmlich spüren, mitten in einem Wald entsteht seit Jahrzehnten eine wunderschöne Symbiose aus Rost und Natur, die sich so langsam alles wieder zurückerobert.

Manche Autos begegnen einem fast traurig, vergessen, abgestellt, dem Verfall überlassen. Jedes dieser Fahrzeuge hätte eine eigene Geschichte zu erzählen, wenn es nur könnte.

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Es war förmlich zu spüren, als wir uns zwischen den Autos bewegten, sie ansahen, Details erkundeten und ich meine Fotos machte. Autos gestapelt, zwischen Bäumen liegend, eingewachsen und umrahmt von Zweigen und Ästen. Einige sind schon so zerfallen, das man sie fast nicht mehr erkennt. Der Glanz vergangener Zeiten an Chrom und Lack geht langsam verloren. Nach und nach übernimmt die Natur wieder die Kontrolle.

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Es herrschte eine magische Stimmung an diesem Tag, die auch noch durch das passende regnerische, graue Wetter untermalt wurde. Auch waren wir fast ganz alleine hier. Dieser Ort beeindruckte mich so sehr, das ich nicht aufhören wollte zu fotografieren. Ivan´s Junkyard ist einer von 2 Schrottplätzen dieser Art in Schweden. Aus Umweltschutzgründen sollte das Gelände angeblich auch schon geräumt werden. Bis heute hat man es nicht getan, da man das Gelände mehr zerstören würde wenn man die Autos dort herausholt, als wenn man alles so lässt wie es .

So ist es weiter ein magischer Anziehungspunkt für Autoliebhaber, Fotografen und jeden anderen der sich das ansehen möchte.

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